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DIE UNENDLICHE GESCHICHTE - AUS ZWEI MACH' EINS
DIE
UNENDLICHE GESCHICHTE - AUS ZWEI MACH' EINS Eine amüsante Abenteuergeschichte erzählt von Erwin und Anita Frey. "Beim
Zweimüller in Enns steht genau so ein Riviera wie du ihn hast."
Nach diesem Tipp machten Anita und ich einen Samstagsausflug nach Enns.
Tatsächlich, ein Riviera, leider kein 64er, sondern ein 65er, aber die
meisten Teile, die ich brauchen würde passen trotzdem. "8.000.-
Schilling soll das Wrack kosten plus 1.000.- Schilling, wenn ich's Euch
bis zum Auhof bringe." So Autoverwerter Zweimüller. Nach kurzen Überlegungen,
die Windschutzscheibe ist nicht getönt, außerdem brauche ich von vorne
nichts und momentan passt es uns sowieso nicht ins Konzept und mit einem
"Wir melden uns telefonisch und geben Bescheid"
verabschiedeten wir uns aus Enns. Gut
eineinhalb Jahre später, wir hatten uns manchmal beim Zweimüller
gemeldet, ob der Riviera eh noch da war, wollten wir Nägel mit Köpfen
machen und außerdem war nur mehr das Heck vorhanden, was uns ja genügt,
denn mehr wollten wir eigentlich eh nicht. In Waidhofen an der Ybbs
warteten Urgroßmutters Speisezimmer und Küchenkredenz, die ebenfalls
überstellt werden sollte, auf uns und somit geht alles gleich in einem.
Hatten wir uns gedacht. Aber wie heißt es so schön in einem
Sprichwort: "Verkaufe niemals das Fell eines Bären, ehe Du ihn
nicht erlegt hast!" Von
Joschi Unger den Diesel-Kombi (Chevy Caprice) mit Anhängerkupplung, von
einem Bekannten einen Autotransportanhänger und von einem dritten einen
alten Transit ausgeborgt - und mein Schwager Ali, Anita und ich fuhren
Richtung Enns. Es war ein wunderschöner Sonntag bis....... ja, bis in Höhe
Amstetten. Was sind das für komische Geräusche? Was tackert da so
komisch? Ein Blick aufs Öl, OK, ein Blick auf's Wasser, OK, trotzdem
bin ich beunruhigt und peile den nächsten Parkplatz an. Kaum eingebogen
und vom Gas gegangen wird das Tackern und Klappern immer lauter und der
Motor stirbt auch schon ab. Das war's - Motorschaden! Nun bleibt mir nur
mehr der Transit um alles zu holen, leider etwas zuwenig Ladevolumen.
Also auf zum Zweimüller, um ihn auf morgen zu vertrösten, und dann
weiter, zurück nach Waidhofen um die Möbel zu holen. Die gingen natürlich
auch nicht alle in den Transit und so mussten wir nach halb erledigter
Arbeit wieder zurück nach Wien, um den Transit auszuladen, zurückzubringen
und spät abends todmüde ins Bett zu fallen. Montagmorgen
aufstehen und auf zur Arbeit. Gott sei Dank, ich kann mir von einem
Freund von Joschi einen Autotransporter (Mercedes 808) ausborgen und
damit nach der Arbeit um 16 Uhr Anita vom 3. Bezirk abholen. Ihr habt ja
keine Ahnung, wie weit 250 Kilometer sind mit einem LKW, der maximal 80
km/h "schnell" ist. Der Caprice Kombi war schnell aufgeladen,
der Hänger angehängt und trotzdem war es bereits zehn Uhr abends als
wir mit dem Heck unseres Rivieras das Gelände der Fa. Zweimüller in
Enns verlassen konnten. Der
Plan war, bei Stadt Haag die Autobahn zu verlassen, um von
"hinten" nach Waidhofen zu fahren, die restlichen Möbel zu
holen und dann bei Amstetten wieder auf die West aufzufahren. "Möcht'
bloß wissen, warum mich der Blödel hinter mir dauernd anblinkt."
Nachdem ich stehen geblieben war und nachgeschaut hatte, wusste ich's.
Ein Platter auf der hinteren Achse meines zweiachsigen Hängers, und das
erst nach wenigen Metern - na das fing ja gut an. Da hatte ich aber zum
Glück noch nicht gewusst, was noch alles kommen sollte! Reservereifen
hatten wir ja mit, aber keinen Schlüssel für die Radmuttern. Verdammt!
Doch nicht verzagen, rauf auf die Autobahn, denn die nächste
Raststation ist nicht weit. Auf selbiger eingetroffen schnell ein
Radkreuz ausgeborgt, Reifen gewechselt und weiter geht's, zack, zack,
wir wollen ja so bald wie möglich zu Hause sein, denn die vorige Nacht
war kurz genug. Kaum
auf der Bundesstraße Richtung Waidhofen hörte ich einen dumpfen Knall.
"Was war das?" "Bleiben wir halt stehen und schauen
nach." Schon wieder ein Patschen. Und wieder auf derselben Stelle.
Das gibt's doch gar nicht. Das Einzige was mir jetzt noch einfällt ist
weiterzufahren und zu hoffen, dass nicht noch etwas passiert. Die Funken
spritzten immer ärger und so blieb ich kurz vor Waidhofen nochmals
stehen. Den Gummi konnte ich gleich von der "halben" Felge
runternehmen. Doch was sollen wir tun? Wir können den Hänger ja nicht
mitten im Niemandsland stehen lassen. Noch dazu in der Nacht und
unbeleuchtet. Also weiter. Irgendwie kamen wir doch nach Waidhofen und
holten die restlichen Möbel ab. Schnell, schnell es ist sowieso schon
2.00 Früh. Dreimal
dürft Ihr raten, wer außer uns noch auf der Straße war? Richtig. Die
Gendarmerie. Nachdem nicht nur die Funken spritzten, sondern ich auch
noch bemerkt hatte, dass mein Rücklicht einen Wackelkontakt hatte,
wahrscheinlich sind schon die Kabel angeschliffen, blieb ich stehen,
bevor "die" uns noch aufhalten konnten. Aber es nützte
nichts. "Sie" kamen trotzdem zu uns. "Ihr habt einen
Plattfuß." (witzig, witzig!) Ja, Herr Inspektor, ich hab's auch
gerade bemerkt. Gottseidank haben wir ja einen Reservereifen mit"
"He, Euer Reservereifen hat auch einen Platten, so könnt Ihr nicht
weiterfahren. Ihr müsst den Hänger stehen lassen."
"(Sch.......) Da bleibt uns wohl oder übel nichts anderes übrig."
Bald darauf waren sie weg,........ und kurz darauf wir auch. Natürlich
mit Hänger. "Peng."
Sch........ der nächste Reifen und wieder auf der rechten Seite. Mit
Wasserpumpenzange und allen möglichem andere Werkzeugen habe ich nun
von links vorne nach rechts hinten den Reifen gewechselt. Mit der
Hoffnung, dass nun nichts mehr schief gehen könnte, machten wir uns auf
den Weiterweg. Aber
auf der Autobahnauffahrt passierte es. Der vierte Platte, und ein paar
Meter danach kompletter Lichtausfall. Am Heck des Hängers war die
Verkabelung durch die Schleiferei am Boden total durchgeschliffen. Um
4.00 Uhr früh in totaler Finsternis und dichtem Nebel den Hänger
abstecken, schnell eine Sicherung woanders rausnehmen und beim Licht
einstecken, eine "weiße" Taschenlampe, besser als gar nichts,
am Hänger anhängen und weiter geht's die Auffahrt hinauf, bevor noch
irgend jemand kommt und uns in der Finsternis übersieht. Jetzt
wollten wir eigentlich nur mehr am Pannenstreifen, solange bis der nächste
Parkplatz kommt, entlangfahren, den Hänger nun doch stehen lassen, und
dann nach Hause. Ihr habt keine Ahnung, wie lange es dauert, bis ein
Parkplatz kommt, wenn man einen braucht. Alle Autos hinter uns müssen
geglaubt haben, da kommt ihnen ein Geisterfahrer (weiße Taschenlampe)
entgegen, denn alle fuhren ganz langsam vorbei, und gaben erst dann
wieder Gas, als sie an uns vorüber waren. Nachdem
wir den Hänger am erstmöglichen Parkplatz stehen gelassen hatten,
kamen wir endlich, ziemlich erledigt um 6.30 zu Hause an. Schnell noch
brausen und ab geht's wieder in die Arbeit. Heute abends müssen wir
nochmals raus und den Hänger holen. Anita streikt. Sie will und kann
nicht mehr. Um nicht ganz alleine zu sein, hab' ich mir einen Freund,
Joschi's Bruder Jonny, mitgenommen. Und
jetzt kam's. Bei dem Hänger waren die Radlager defekt, was jeder andere
gewusst hatte, nur ich nicht, deswegen haben sich die Räder auf der
Innenseite "plattgewetzt". Am Wochenende darauf musste ich
selbstverständlich den Hänger reparieren: vier "gebrauchte"
neue Reifen, die Bremstrommel war zur Hälfte weggeschliffen, also eine
gebrauchte besorgen, die Stoßdämpferaufhängung war weggeschliffen,
gebrauchte besorgen, die Elektrik war komplett im A......., alles neu
verlegen, und weil ich schon dabei war, hab' ich gleich die Radlager
repariert. Beim
Caprice Kombi haben wir, Joschi und ich, den Motor nicht mehr repariert,
der war ein Totalschaden. Da der Dieselmotor von Oldsmobile sowieso
nicht der beste ist, so manch einer weiß das vielleicht aus eigener
Erfahrung, haben wir einen Benziner draus gemacht und sind noch lange
Jahre damit gefahren, sozusagen als Firmenkutsche. Wenn
Anita und ich heute mit dem, ein Jahr später, hergerichteten Riviera in
der Gegend herumfahren, ist das alles längstens vergessen: oder doch
nicht?
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